Newsletter Oktober 2018

In diesem Newsletter:

Plastik "Rachel"
Rachel
  • Mal vorstellen: Rachel
  • Nochmal: Schleifen
  • Vorbeugend kleben

Mal vorstellen: Rachel (Bild nebenan)

(Nach Rachel aus der Musical „Body Guard“)

  • Höhe: 205 cm.
  • Technik: Stahl, XPS, Glasfaser, AcrylicOne, Farbe
    (gefertigt wie im Kurs Großplastiken)

Nochmal: Schleifen

Wir haben bisher weiche Gesteine so geschliffen:

  • Alles nass schleifen mit Siliziumkarbid Schleifpapier
  • Nacheinander mit Körnung 60, 120, 240, 500, 1000 und 1500
  • Dann ein bisschen Steinwachs auftragen und auspolieren

Zum Nassschleifen:

Vorteile: Nassschleifen verursacht kein Staub, und das Schleifpapier geht nicht zu, wie beim trockenschleifen.
Nachteil: Bei Nassschleifen sieht man noch vorhandenen Kratzer schlecht, weil Wasser diese vertuscht. Darum muss man den Stein nach jeden Schleifgang völlig trocknen um das Resultat beurteilen zu können.

Beim ersten Schleifgang (Körnung 60) müssen alle Bearbeitungsspuren von den Werkzeugen entfernt werden. Daher ist diese Schleifgang sehr aufwendig. Weil das Schleifpapier an sich auch wieder Kratzer macht, muss man diese mit immer feinerem Schleifpapier entfernen. Das geht aber viel schneller.
In dem ersten Schleifgang wiegen die Vorteile vom Nassschleifen die Nachteile nicht auf.

Neue Kratzer bei Körnung 500.

Tritt oft auf: alles gut geschliffen: Körnung 60, 120 und 240. Immer gut geguckt ob alle Kratzer weg sind. Dann: nach Körnung 500 sind auf einmal Kratzer da die es vorher bestimmt nicht gab.

Was passiert hier?
Bei groben Körnungen ruht das Schleifpapier ohne Druck mit den Körnern auf den Stein. Wasser zwischen den Körnern kann gut entwischen.
Bei feinen Körnungen treibt das Schleifpapier auf einen Wasserfilm. Nur der Druck der Finger bringt den Körnern im Kontakt mit dem Stein. Das Wasser kann nur schwierig zuströmen und entweichen.

Wasserfilm beim Schleifen

Gerade beim Übergang grobe –feine Körnung treten Probleme auf: das Schleifpapier saugt sich einen Moment fest am Stein. Man bewegt das Schleifpapier aber weiter. Dadurch entsteht ein neuer Kratzer.
Dieses Problem tritt auf, unabhängig von der Qualität des Schleifpapiers.
Hobby-Astronomen die ihre Teleskopen selbst bauen kennen dieses Problem vom Schleifen der Teleskopspiegel. Darum schleifen diese ab Körnung 500 auf einen Untergrund von Filz (was Wasser durchlässt).
Darum verwenden wir nach Körnung 240 Schleifvlies für weiche Gesteine. Das hat ein filz-artiges („non-woven“) Trägermaterial das Wasser durchlässt.

Fazit

In den Kursen schleifen wir heute so:

  • Körnung 60, trocken mit Schleifleinen
  • Körnung 120, je nach Steinsorte auch trocken (Schleifleinen) oder nass (Siliziumkarbid)
  • Körnung 240: nass mit Siliziumkarbid Schleifpapier
  • Danach Schleifvlies 30 Mikron: nass
  • Danach Schleifvlies 15 Mikron: nass
  • Wachsen, je nach Steinsorte und anschließend auspolieren.

Alle Materialien inklusive Schleifleinen und Schleifvlies sind bei uns im Laden erhältlich.

Vorbeugend kleben

Manche Steine haben vom Anfang an schon Haarrisse. Das macht den Stein aber nicht unbrauchbar. Wichtig ist während der Arbeit gut zu beobachten. Haarrisse brechen meist nicht auf einmal völlig durch. Vorher öffnet er sich an eine Seite etwas. Das sieht man dadurch, dass er sich als ein dunkler Streifen an der Oberfläche ab beginnt zu zeichnen (siehe erstes Bild).
An diesem Moment kann man sehr gut vorbeugend Kleben. Wichtig ist aber dieses Moment zu erwischen: wenn es nur ein geschlossner Haarriss gibt, sich noch kein Spalt gebildet hat zieht auch kein Kleber ein. Zu spät: hat man zwei Steine.
Ein wenig sehr dünnflüssigem Sekundenkleber in den entstandenen Spalt tropfen lassen. Durch die Kapillare Wirkung zieht der Sekundenkleber sehr weit in den Spalt ein (siehe zweites Bild)

Haarriss vorbeugend kleben

Und: man kann sofort weiterarbeiten.

Der spezielle sehr dünnflüssige Sekundenkleber ist selbstverständlich auch bei uns im Laden erhältlich.

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